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Through her* Eyes – Queerfeministische Filmtage

 

Unsere queerfeministischen Filmtage sind zurück!

 

Juni – Juli 2026 3 Abende x 6 Filme in verschiedenen Stuttgarter Locations, inkl. Filmgespräche.

 

Im Mittelpunkt stehen die Sichtbarkeit und Stärkung der Rechte von FLINTA* (Frauen, Lesben, inter*, nichtbinäre, trans* und agender Personen).

 

Mit einem vielfältigen Filmprogramm möchten wir neue queer-feministische Perspektiven eröffnen, Räume für Dialog schaffen
und gemeinsam Geschichten sichtbar machen, die sonst oft im Verborgenen bleiben.

 

Wir freuen uns über eine Spende für den Besuch der Filmabende.

 

03.06., 20 Uhr Queerfeminist Shorts @ Württembergischer Kunstverein, inkl. Q&A mit Teilnehmenden des Films und von BerTA (https://regenbogenfamilien-stuttgart.de/).

 

„Neo Nahda“ von May Ziadé (UK / 2023 / 12 Min / auf Englisch mit englischen Untertitel)

 

Ein Film über die Suche nach verborgenen queeren Geschichten im Archiv. May Ziadé entdeckte Fotografien arabischer Frauen aus den 1920er Jahren, die sich als Männer kleideten – ein Weg der Filmemacherin zur eigenen Geschichte.

 

Der Film ist ein intimes Porträt des Rechercheprozesses: Jedes Archivfoto wird zur Brücke in die Vergangenheit, die es der heutigen queeren Community ermöglicht, sich zu verwurzeln und anzunehmen.

 

„Die Räuberinnen“ von Isa Schieche (Österreich / 2023 / 15 Min / auf Deutsch)

 

Drei trans Frauen treffen sich in einem Landhaus, um einen Raub zu planen. Der Trick des Überfalls besteht darin, dass sie sich als Männer verkleiden, um eine falsche Spur zu legen. Während sie ihren Alltag als etabliertes Team und Liebespaar teilen, üben sie, mit tiefer Stimme zu sprechen, männlich zu gehen und sich „maskulin“ zu verhalten.

 

„Die Räuberinnen“ ist eine soziologische Analyse von männlich und weiblich zugeschriebenen Verhaltensweisen und Eigenschaften – ein Film, der binäre Rollenmodelle in einem Wirbel aus Radikalität und Aktivismus aufmischt.

 

„Seahorse Parents“ von Miriam Guttmann (Niederlande / 2023 / 9:30 Min / auf Englisch und Niederländisch mit deutschen Untertiteln)

 

Mit dem Tier als Metapher nennen sich schwangere trans Personen stolz „Seahorse Parents“ – Seepferdchen-Eltern. Mit ihrem multimedialen Projekt richtet Miriam Guttmann unseren Blick auf die gesellschaftlichen Vorstellungen von Schwangerschaft. Wie soll ein schwangerer Körper „aussehen“? Wie navigieren diese schwangeren trans Männer eine voreingenommene Welt? Und welche Welt wünschen sich die Eltern für ihre Kinder?

 

„Ich möchte, dass die Zuschauer sehen, dass trans und nicht-binäre Menschen genauso sind wie alle anderen Menschen, und dass wir denselben Wunsch haben zu wachsen und unsere Familien zu lieben wie cis-geschlechtliche Menschen. Seahorse Parents handelt davon, unsere Geschichten in die Welt hinauszutragen. Es zeigt unsere entstehenden Familien im schönsten Licht.“ – Liam

 

„You and Me makes Three“ von Emmalie El Fadli (UK / 2026 / 19 Min / auf Englisch mit englischen Untertiteln)

 

Als Alannah endlich entscheidet, dass sie bereit für ein Baby ist, tauchen sie und ihre Frau Amara kopfüber in die wilde Welt der Samenspende, der Erziehungsratschläge und der unangenehmen Gespräche ein, während sie gleichzeitig versuchen, ihren Verstand und ihren Humor aufrechtzuerhalten.

 

17.06., 20 Uhr „Devi“ von Subina Shrestha (Nepal/Südkorea/Vereinigtes Königreich / 2024 / 80 in / auf Nepali mit englischen Untertitel) @ Museum Hegel-Haus, inkl. Q&A mit Subina Shrestha

 

Devi Khadka führt einen stillen Widerstand an. Während sie durch Nepal reist, den Geschichten von Überlebenden sexualisierter Gewalt nach dem Krieg zuhört und eine einheitliche Stimme für Gerechtigkeit schaffen will, weiß sie, dass sie ein Wespennest aufstört. Nepals Regierungsmitglieder wollen die schändliche Wahrheit der Vergewaltigungen während des Krieges begraben. Als einziges öffentliches Gesicht der Überlebenden hat sich Devi entschieden, nicht länger zu schweigen. Doch ihre Hip-Hop-liebende Teenager-Tochter möchte nur, dass sie Mutter ist.

 

1997 wurde die siebzehnjährige Devi verhaftet, beschuldigt, eine Rebellin zu sein, gefoltert und in der Haft vergewaltigt. Ein Bürgerkrieg hatte gerade begonnen. Rebellenführer offenbarten sie als Vergewaltigungs-„Opfer“. Mit diesem Stigma behaftet, kämpfte Devi gegen Depressionen und gesellschaftliche Ächtung, schloss sich den Rebellenfrontlinien an und stieg in den Reihen auf – sie war sogar Parlamentsmitglied, als der Krieg endete.

 

Der Film von Subina Shrestha begleitet Devi, während sie die Stimmen von Überlebenden zusammenführt. Während Devi ihrer früheren Anwältin gegenübertritt und bei ihrer Beraterin Trost sucht, fängt der Film zutiefst intime und verletzliche Momente ein. Durch ihr Tagebuch – unterstützt durch Archive – rekonstruiert Devi die gelöschte Geschichte, um ihr Schicksal neu zu schreiben.

 

07.07., 20 Uhr „Revolución Puta“ (2023) von María Galindo (Bolivien / 2023 / 50 Min / auf Spanisch mit englischen Untertiteln) @ Württembergischer Kunstverein, inkl. Q&A mit María Galindo und Casa de la Mujer, Bolivien. In Kooperation mit La Fuchsia Collectiva

 

Wie betritt man das Universum von Sexarbeiterinnen mit der Kamera? Mit einem Schild, das es als Sexarbeit benennt? Oder mit einem Schild, das patriarchale Unterdrückung anprangert?

 

Revolución Puta geht einen anderen Weg: die erste Person. Mit Mitgliedern von OMESPRO La Paz und Santa Cruz als direkte Protagonist:innen werden vier thematische Kurzfilme erzählt: „Das Wissen der Hure“, „Hure und Arbeit“, „Hure und Staat“ und „Testament“ – zu einem Feature verwoben, aber mit eigener Struktur.

 

Dies ist keine orthodoxe Filmproduktion für Festivals, sondern für soziale Imaginationen. Sie funktioniert im Kino, im Klassenzimmer, in Debatten – aber bewusst nicht auf Facebook und anderen Netzwerken, die uns zensieren würden.

Kann eine Filmproduktion des 21. Jahrhunderts ohne transnationale Konzerne existieren? Was für extreme Bilder erlauben soziale Netzwerke? Genau deswegen ist es interessant: eine visuelle Poesie, die nicht von transnationalen Netzwerken vereinnahmt wird. Überall zu sehen – nur nicht auf deinem Handy.

 

Der Zuschauer wird zur Hure, zum Polizisten, zum Freierkunden – je nach Situation. Revolución Puta dreht die Kamera auf dich. Jetzt bist du die Frage.

 

Am Abend finden künstlerische Installationen von La Fuchsia Collectiva statt.

 

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Stuttgart.

 

Gefördert durch Bürgerstiftung Stuttgart.

 

In Kooperation mit Amnesty International und La Fuchsia Collectiva, Württembergischer Kunstverein und Hegel-Haus Museum.

 

Sponsor: Maritim Hotel Stuttgart

 

Design: Saliha Soylu